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SRF Investigativ deckt das erste Schweizer Incel-Attentat auf.
Seien Sie offen interessiert an den Online-Erfahrungen Ihres Sohnes. Lassen sie sich zeigen, was er sich anschaut, und erläutern, was er daran gut findet. Verzichten Sie auf schnelle Bewertungen. Ermutigen Sie ihn aber zur kritischen Online-Nutzung und machen Sie Desinformation, Manipulation und die Funktionsweise von Algorithmen zum Thema.
Fragen Sie, wie es Ihrem Sohn in seiner Entwicklung vom Jungen zum Mann geht. Schaffen Sie einen Raum, damit er auch Sorgen, Ängste und Ressentiments aussprechen kann. Hören Sie zu und stellen Sie offene Nachfragen wie «Kannst du mir das noch etwas genauer beschreiben?», «Hast du ein Beispiel?». Verzichten Sie auf (kluge) Kommentare, Vergleiche, Belehrungen, Beschwichtigungen und Urteile.
Versuchen Sie, Provokationen als Einladung zu deuten und die tieferliegenden Themen, Gefühle und Motivationen zu verstehen. Schaffen Sie für ein solches Gespräch einen passenden Rahmen: genügend Zeit und Ruhe, eher nicht in statischen Face-to-Face-Settings, sondern besser in Bewegung, in der Natur und bei gemeinsamen Erlebnissen (d.h. in Shoulder-to-Shoulder-Settings beim Werken, im Stadion, in der Küche oder beim Gamen).
Nehmen Sie Ihren Sohn aufmerksam wahr. Achten Sie auf Veränderungen in seinem Verhalten, Umfeld oder Charakter. Rückzug, Desinteresse, Leistungsabfall oder auffällige Aussagen können Hinweise auf Belastungen oder den Einfluss problematischer Internetaktivitäten sein.
Fördern Sie Erfahrungen und Erlebnisse in der analogen Welt. Unterstützen Sie Ihren Sohn dabei, sich in möglichst vielfältigen Kontexten möglichst selbstwirksam zu erfahren.
Bleiben Sie liebevoll, aber bestimmt elterliche Autorität. Bestehen Sie darauf, gemeinsam verbindliche Regeln für das Verhältnis zwischen Online- und Offlinezeiten zu vereinbaren und überprüfen Sie deren Einhaltung. Diese Regeln können auch gestaffelte Nutzungen beinhalten (beispielsweise je ein separates Zeitkonto für Games und Social Media). Auch Verbote bestimmter Kanäle oder Inhalte können als letzte Option angemessen sein. Machen Sie in diesem Fall Ihre Überlegungen und Befürchtungen so transparent, dass Ihr Sohn sie nachvollziehen kann.
Seien Sie als Vater Ihrem Sohn ein Rollenmodell. Das ist ein Prozess, keine Performance. Es geht nicht darum, dass Sie «richtig» Mann sind, sondern dass Sie Ihre ganz eigene Art, Mann zu sein, aktiv gestalten. Erlauben Sie sich, dabei auch Verunsicherung und Verletzlichkeit zu zeigen.
Nehmen Sie sich mit Ihren Ängsten und Befürchtungen ernst. Ziehen Sie Dritte ins Vertrauen (z. B. Lehrpersonen oder andere Eltern und familiäre Bezugspersonen, aber auch Fachpersonen), wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Sohn in Schwierigkeiten steckt und/oder Sie in Not sind.