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Die Wortführer in der Manosphere – sogenannte Manfluencer – holen Jungs in ihrer Unsicherheit darüber ab, was Mannsein heute bedeutet. Indem sie das Gefühl bedrohter Männlichkeit verstärken, binden sie junge Männer emotional.
Die Forschungsgruppe um Fiona O’Rourke von der Universität Dublin nennt insbesondere drei Angebote, die Manfluencer männlichen Jugendlichen und jungen Männern unterbreiten18:
In einer Gesellschaft, in der die «toxischen» Aspekte patriarchaler Männlichkeitsnormen häufig problematisiert werden, mangelt es Jungs an positiven Rollenmodellen. Manfluencer machen ihnen ein leicht zugängliches und vordergründig widerspruchsfreies Angebot, indem sie patriarchale Männlichkeitsbilder als Natur und Ideal anpreisen.
Jungen und junge Männer wachsen in einer Gesellschaft auf, welche die Emanzipation und Entwicklung von Mädchen und Frauen gezielt fördert. Das ist eine historische Notwendigkeit. Wenn Jungs der historische Kontext nicht bewusst ist, fühlt sich das aber schnell unfair an. Manfluencer bedienen ihre Sehnsucht nach Stimmen, die Männer empowern, Infragestellungen abwehren und Männlichkeit feiern. Weil viele Jungs mit ihren Fragen allein bleiben, können Manfluencer dieses Vakuum leicht füllen. Die Wurzeln der Geschlechterproblematik und die realen Spannungsfelder, in denen sich Jungen und Männer heute bewegen, bleiben aber unbearbeitet.
Manfluencer bemühen sich, die Probleme von männlichen Jugendlichen und jungen Männern zu verstehen. Sie verstärken ihren Eindruck, dass Männer immer mehr unter die Räder geraten. Sie nähren ihr Gefühl bedrohter Männlichkeit. Und sie schenken ihnen Mitgefühl für (tatsächliche und vermeintliche) Diskriminierungserfahrungen. Danach haben viele männliche Heranwachsende eine grosse Sehnsucht.