Orientierung für Eltern und FachpersonenWillkommen auf der Plattform www.manosphere.ch der Fachstelle männer.ch

Handeln

Jungen brauchen Begleitung auf dem Weg zum Mann. Übernehmen sie problematische Männlichkeitsideologien, provoziert das Erwachsene. Und ist auch eine Aufforderung zur Auseinandersetzung mit ihrem Mann-Werden. Als zentrale Botschaft ist Jungs zu vermitteln: Mannsein ist gestaltbar. Du musst und darfst auf deine ganz eigene Art «männlich» sein.

Zugewandtheit

Statt Alarmismus

Die Manosphere ist ein neueres Phänomen. Viele Fragen sind noch unerforscht. Das macht es auch schwierig, klare Empfehlungen zu formulieren. Sicher ist: Jungen und männliche Jugendliche brauchen erwachsene Bezugspersonen, die bereit sind, sie in der Auseinandersetzung mit Männlichkeitsfragen zu begleiten. Eltern und Fachpersonen wird eine respektvoll-zugewandte Haltung jenseits von Alarmismus und Banalisierung empfohlen.

Das Erproben von Identitäten und das Erkunden von Räumen gehört zum Erwachsenwerden dazu. Nicht jede Faszination für die Manosphere mündet in problematischen Entwicklungen. Erwachsene Bezugspersonen sollten sich aber bewusst sein: Es gibt Zusammenhänge zwischen der Beschäftigung mit der Manosphere, der Übernahme problematischer Männlichkeitsideologien, der Rechtfertigung von Gewalt und sexistischem Verhalten. Dabei ist aber noch wenig geklärt, was Ursache und was Wirkung ist.

EMPFEHLENSWERTE

MEDIENINHALTE

Radikalisierungsmaschine TikTok

Nur wenige Minuten dauert es, bis Schweizer Jugendliche auf TikTok in den Sog der Manosphere geraten.

Unsicherheit als Nährboden

Erste Forschungen deuten darauf hin, dass Jungs mit geringer Selbstwirksamkeitsüberzeugung und unsicherer Identität, Kontaktschwierigkeiten im Offline-Leben, psychischen Problemen (Ängste, Depressivität, Suizidalität), Neurodiversitäten (ADHS, ASS) und/oder schwierigen Erfahrungen in Schule und Peergroup (Mobbing, Bullying) besonders anfällig sind für die Bestätigung und Beheimatung in der Manosphere. Sie verspricht ihnen Zeitvertrieb und Austausch mit Gleichgesinnten in einem vermeintlich geschützten Raum.29 Ob und unter welchen Voraussetzungen ihre Faszination für problematische Männlichkeitsideologien wieder abnimmt, wissen wir noch nicht. Ebenso ist noch wenig erforscht, welche Rolle das «Einstiegsalter» spielt und welches Verhältnis von On- und Offline-Zeiten schützende Wirkungen hat. Sicher ist, dass wir nicht von einem Nischenphänomen sprechen. Gemäss Umfragen aus Grossbritannien kennen beispielsweise 79% aller 16-17-jährigen Jungen Andrew Tate. 52% finden ihn gut. Von den 18-29-jährigen jungen Männer sagen 24%, sie unterstützten seine Ansichten über Frauen30.