Orientierung für Eltern und Fachpersonen: Willkommen auf der Plattform www.manosphere.ch der Fachstelle männer.ch
Wie man(n) heute gut und gern Mann sein kann, ist eine berechtigte Frage. Die Ideologen der Manosphere behaupten fälschlicherweise, dass sie sich nur stellt, weil «der» Feminismus Naturgesetze missachtet und Frauen Männer unterjochen wollen.
Die Gesellschaft entwerte eine vermeintlich echte, urtümliche und/oder naturgegebene Männlichkeit. Das zeige sich in der Diskriminierung und Benachteiligung von Männern ebenso wie in der gesellschaftlich-medialen Problematisierung «toxischer» Männlichkeit. Das fördere die Verweichlichung und Verweiblichung von Männern.
Frauen, Feminismus, Gleichstellung und/oder Gender-Ideologie seien schuld an dieser Dynamik: Sie sollen diese bewusst befeuern, profitierten davon und müssten (und dürften) deswegen bekämpft werden.
Junge Männer im Sog der Manosphere
Why the manosphere clicked for young men a visual deep dive
Die Geschichte der Manosphere ist untrennbar mit der Verbreitung des Internets verbunden. Dadurch entstand die Möglichkeit für Personen mit spezifischen Interessen, sich global mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das beförderte auch die Vernetzung radikaler und extremistischer Bewegungen. «Foren bieten einen sicheren Raum für ideologischen Austausch, während die grossen sozialen Medien zur Verbreitung des Gedankenguts genutzt werden»4.
Der Begriff «Manosphere» ist 2009 als Selbstbezeichnung in einem Blog gleichen Namens erstmals aufgetaucht. Über das Buch «The Manosphere: A New Hope for Masculinity»5 popularisierte sich der Begriff und fand Eingang in die wissenschaftliche Diskussion6. Ironwoods Buch benennt die bis heute zentralen Denkfiguren männlichkeitsideologischer Radikalisierung:
Diese Erzählung leidet unter dem Denkfehler, dass die heutige gesellschaftliche Situation vom historischen Kontext isoliert wird. Die tiefe patriarchale und kapitalistische Prägung unserer heutigen Gesellschaftsordnung wird ausgeblendet. Stattdessen wird so getan, als sei die Gesellschafts- und Geschlechterordnung von heute Resultat einer feministischen Herrschaft, die sich mit der zweiten Welle der Frauenbewegung ab den 1968er-Jahren entwickelt habe. Diese Annahme ist wissenschaftlich unhaltbar.
Die Manosphere wirft viele Fragen auf und verunsichert Eltern, Bezugspersonen und Fachkräfte gleichermassen. Gerne möchten wir Ihnen möglichst konkrete Antworten, Einordnungen und Orientierungshilfen für den Umgang mit Inhalten, Haltungen und Dynamiken der Manosphere im Alltag und im Gespräch mit Jungen und jungen Männern bieten.