Orientierung für Eltern und FachpersonenWillkommen auf der Plattform www.manosphere.ch der Fachstelle männer.ch

Handeln/

Vorbeugen

Medienkompetenz und Gewaltprävention, Gleichstellung und sexuelle Bildung verringern die Wahrscheinlichkeit, dass Jungs in den Sog der Manosphere geraten. Dies ist alles vermittelbar. Es verlangt aber nach Ressourcen und konfrontiert auch uns Erwachsene mit anspruchsvollen Fragen.

Vertrauensvolle

Beziehungen

Die virtuelle Manosphere übt auf viele männliche Jugendliche eine starke Sogwirkung aus. Welche Präventionsmassnahmen welche Gruppen in welcher Phase optimal erreichen, ist noch schlecht untersucht. Je nach Motivation und Ressourcen wirken andere Faktoren präventiv.

Allgemeine Schutzfaktoren sind:

Zentrale Gender Basics sind:

An einer Stärkung dieser Schutzfaktoren und Kompetenzen zu arbeiten ist eine Aufgabe, für die Eltern, Fachpersonen und andere erwachsene Bezugspersonen gemeinsam mit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verantwortlich sind.

Reflektion von Männlichkeit

EMPFEHLENSWERTE

MEDIENINHALTE

Das Revival der starken Männer

Dominanz als Machttechnik und die Stärkung des Patriarchats.

Junge Männer im Sog der Manosphere

Radikalisierung auf Tiktok: Welchen Einfluss haben frauenfeindliche Inhalte auf junge Männer? SRF school bietet Unterrichtsmaterial zur Podcastserie «Alpha Boys».

Anders Mann sein

In der Gleichstellungsarbeit, Gewaltprävention und Sexualpädagogik sollten verstärkt die präventiven Potenziale ausgelotet werden, die sich aus einer bewussteren Balance in der Bearbeitung jener Probleme ergeben, die Jungs machen und die Jungs haben. Ein defizitorientierter Ansatz, der nur männliches Problemverhalten (z. B. Stören, Lautsein, Aggressivität) wegmachen möchte, ohne gleichzeitig Alternativen anzubieten, wird in Wirkung und Nachhaltigkeit beschränkt bleiben oder kontraproduktiv wirken. Mit Jungen defizit- und ressourcenorientiert zugleich zu arbeiten, setzt Geschlechterreflexion und Sozialisationssensibilität voraus. Dabei ist sich bewusst zu halten: Zugehörigkeit und Anerkennung als Mann sind für die meisten heranwachsenden Männer existenziell. Man kann deshalb Männer nicht einfach auffordern, von ihrem Männlichkeitsbild «direkt in ein genderfreies Vakuum zu springen, ohne eine andere Art von Mannsein zu vermitteln»36. So besteht beispielsweise im Bereich der Gewaltprävention im pädagogischen Kontext die Aufgabe eben gerade «nicht darin, Gewalt vollständig zu eliminieren, sondern sie pädagogisch zu bearbeiten, zu reduzieren und eine Kultur der konstruktiven Auseinandersetzung zu fördern»37. Es braucht eine «positiv ausgerichtete ‘Aggressionskultivierung’, die Aggression nicht als eine nur destruktive Kraft versteht, sondern als Energie, die auch förderlich und schützend sein kann. (…) Dazu gehört die Entwicklung eines kontrollierten Zugangs zur eigenen aggressiven Energie, die Förderung von Selbstbehauptung und Selbststeuerung, die Fähigkeit, innere Kraftquellen zu aktivieren, und sowohl zu lernen, Grenzen zu setzen, als auch, sie zu achten.»38 Die Kompetenzen für eine geschlechterreflektierte und ressourcenorientierte Arbeit mit Jungen werden in den Ausbildungen für soziale und pädagogische Berufe noch wenig systematisch vermittelt. Es braucht deshalb Efforts für eine Verankerung geschlechterreflektierter Jungen- und Männerarbeit an den Hochschulen und Fortbildungen für Fachkräfte in der Praxis, damit sie die Grundlagen der geschlechterreflektierten Jungen- und Männerarbeit kennen und anwenden können. Geschlechterreflexion muss zum selbstverständlichen Bestandteil der institutionellen Qualitätsentwicklung und zum Standard der pädagogischen, psychologischen und sozialen Grundversorgung werden.